Symphonia Galactea | Eine Klang- und Lichtperformance live am Radioteleskop Effelsberg


© S.Brunier

In dem Kooperationsprojekt zwischen dem Konzeptkünstler und Komponisten Tim Otto Roth und dem Sonderforschungsbereich (SFB) 956 wird die Milchstraße, die allabendlich über das Firmament zieht, auf neue Weise akustisch erlebbar gemacht. Das in der Eifel gelegene Radioteleskop Effelsberg ist in den Himmel gerichtet und misst einen kleinen Ausschnitt der für unser Auge unsichtbaren Radiostrahlung. Die gemessenen Radiofrequenzen übersetzt Tim Otto Roth in pulsierende Klänge, die sich allmählich verändern, indem das Radioteleskop sich kontinuierlich bewegt und die verschiedenen Bereiche der Milchstraße scannt. Selbst wenn das 100-Meter-Teleskop, das nach wie vor zu den größten seiner Art weltweit gehört, stehen bleibt, verschiebt sich durch die Eigenbewegung der Erde kontinuierlich der beobachtete Ausschnitt. Bei einsetzender Dunkelheit markiert der Strahl eines Lasers den beobachteten Bereichs und verleiht der Präsentation auch eine entsprechende Fernwirkung. Gemessen wird konkret ein bestimmter Wellenlängenbereich: Elementarer Wasserstoff, der zum großen Teil das interstellare Medium ausmacht, emittiert bei einem äußerst seltenen quantenphysikalischen Prozess eine Radiofrequenz von rund 21 Zentimetern. Leichte Verschiebungen dieser Frequenz geben Auskunft, ob der beobachtete Bereich sich vom Betrachter weg- oder auf ihn zubewegt. Die Veränderungen dieser Dopplerverschiebungen bilden das Ausgangsmaterial für die Livekomposition. Das Konzept wurde gemeinsam von Tim Otto Roth und Volker Ossenkopf (Universität zu Köln) erarbeitet.